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Barth Musicoder Stereo Vocoder Kraftwerk

Barth MusiCoder Stereo Vocoder

Erstklassiger Stereo Vocoder mit 16 Filterbändern

Die zweite Hälfte der 1970er Jahre war das goldene Zeitalter der Vocoder. Nahezu alle angesagten Modelle dieses Gerätetyps stammen aus dieser Zeit:

  • 1976: EMS 5000
  • 1977: EMS 2000, EMS 3000
  • 1978: Moog Vocoder, Sennheiser VSM201, Korg VC-10, Electro Harmonix Vocoder
  • 1979: Barth MusiCoder, Roland SVC-350, Synton 221, Synton 222

Bereits vor der großen Vocoder-Welle, im Jahr 1973, hatten Peter H. Leunig und Knut Obermayr einen Custom made Vocoder für Kraftwerk gebaut, der auf der Release Ralf & Florian (ebenfalls 1973) auch zu hören ist. Einige Jahre später begann Leunig erneut einen Vocoder zu entwickeln, den “MusiCoder” - diesmal für den Studioausrüster R. Barth KG, der ihn in einer Kleinserie von ca. 40 Exemplaren ab Ende 1979 auf den Markt brachte.

  • Konzept
    Die grundlegende Idee hinter dem Barth MusiCoder war es ein platzsparendes Gerät (1 HE) herauszubringen, das sich auf die wesentlichen Funktionen beschränkt. Jeder Musiker sollte es schnell und intuitiv bedienen können ohne dabei klangliche Kompromisse einzugehen. Der MusiCoder war damit so etwas wie der Gegenentwurf zu anderen Spitzen-Vocodern, insbesondere dem Sennheiser VSM201, der eine Flut von Einstellmöglichkeiten bot. Überdies hat der MusiCoder all seinen damaligen Konkurrenten die Eigenschaft voraus, das vocodierte Signal in Stereo auszugeben. Die 16 Filter werden hierbei im Panorama einfach fest auf links, mitte oder rechts verteilt. Hier ein Blick auf die üppige Elektronik.
    Das Gerät wurde umfassend geserviced von Klaus Fischer.
     
  • Einstellmöglichkeiten
    Gemäß dem ‚musikalischen’ Konzept sind die veränderbaren Parameter überschaubar gehalten.
    1. Lautstärkeregelung des Träger- und Steuersignals (hier Program und Control genannt)
    2. Zumischregelung der Originalsignale auf das vocodierte Signal
    3. Einstellung für den Schwellwert und die Lautstärke des Rauschgenerators für die Generierung von S-Lauten und Geisterstimmen
    4. Schalter für Höhenanhebung und Tiefenabsenkung zur Erhöhung der Sprachverständlichkeit
    5. Autobypass-Mode wahlweise für das Program- oder Control-Signal zur Überbrückung von Pausen, wenn nur eines der Original-Signale zu hören ist und eine Unterbrechung unerwünscht ist
     
  • Anwendungsbereiche & Sound
    Die Sprachverständlichkeit des Barth MusiCoders ist dank seiner 16 Filterbänder sehr hoch. Wir empfehlen als Mikrofon für diese Anwendung das Kleinmembranmodell Schoeps MK41S (Superniere für Sprache aus Nahdistanz).
    Vocoder sind jedoch keineswegs nur für Stimmexperimente geeignet. Eine lesenswerte Zusammenstellung an anderen, vielfältigen Anwendungsbeispielen beschreibt EMS-Urgestein Ludwig Rehberg 1980 in seiner dreiteiligen Vocoder-Serie im Studio Magazin (Teil 1) (Teil 2) (Teil 3).
    Dem Anwender sind bei der Wahl seiner Signale keine Grenzen gesetzt, ob Drumloops, Chöre, Stadiongesänge, Kirchenglocken: Dieser Vocoder lädt zum experimentieren ein, der Klang bleibt stets warm und angenehm. Somit ist der MusiCoder neben dem Audios ein weiterer Klassiker der Firma Barth. Bekanntester User des MusiCoders ist Mike Oldfield, der ihn auf zwei Produktionen Anfang der 1980er Jahre prominent einsetzte.
     
  • Weiterführende Links
    Original-Prospekt (1979)
     
  • Herstellungszeitraum: 1979-1983
  • Gewicht: 6 kg
  • 1 Tag22 €
  • 2 Tage33 €
  • Wochenende
    (Fr-Mo)
    44 €